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Tag der Offenen Tür: Nagellack und Blaukrautsaft

Die Frage: „Was fühlst du?“ Die Antwort: „Nagellack.“ Ich befinde mich im Raum C 013 der Realschule Peißenberg. Es ist der Tag der Offenen Tür. Die Fragenstellerin Sienna ist Schülerin der 9 b. Die Antwortgeberin ist die 9-jährige Emily, die eventuell ab September 2025 die Realschule Peißenberg besuchen möchte. Emily sitzt hinter einer hochkant gestellten Kiste, an deren Seite zwei rechteckige Löcher hineingeschnitten wurden. So kann sie ihre beiden Unterarme durch diese Öffnungen stecken, ohne dabei ihre eigenen Hände zu sehen. Genauso wenig kann sie natürlich die Gegenstände sehen, die ihr Sienna einen nach dem anderen reicht. Diesen Fühlkasten haben sich die Schülerinnen und Schüler des Sozialwesen-Zweigs ausgedacht, damit die zukünftigen Mitschüler ansatzweise nachvollziehen, wie sich blinde Menschen fühlen.

Neben dem Fach Sozialwesen präsentierten sich auch die anderen Fächer, die an der Realschule Peißenberg unterrichtet werden. Schließlich sollten sich die aktuellen Viertklässler und deren Eltern einen ersten Eindruck verschaffen können, was sie bei einem möglichen Übertritt auf die RSP erwarten könnte. Um einen möglichst kompletten Überblick zu erhalten, wurden die Eltern und Kinder in der Aula unter anderem von Frau Strobl und Frau Greinwald empfangen, die die interessierten Gäste auf eine Schulhausführung mitnahmen. Auf dieser Führung wurden alle Klassen- und Fachräume gezeigt, in denen etwas angeboten wurde. „Ich habe eine Stunde für die Führung gebraucht“, zeigte sich Deutsch- und Sportlehrerin Anna Strobl im Nachhinein sichtlich überrascht. Sie hatte mit weniger Zeit gerechnet. Doch das vielfältige Angebot der Realschule Peißenberg lud die Kinder dazu ein, in jedem Raum mehr Zeit zu verbringen als eigentlich geplant. „Dabei haben wir nicht einmal das Puppentheater anschauen können“, ergänzte Strobl.

Im großzügig eingerichteten Kunstraum der Realschule Peißenberg zeigten die beiden Kunstlehrer Stefanie Englmeier und Olaf Hensel ein Puppentheater. In den Wochen vor dem Tag der Offenen Tür hatten die beiden Pädagogen gemeinsam mit Schülern die Texte für die Puppen eingesprochen, die dann am Tag der Aufführung vom Band liefen. Bei der Inszenierung kam dabei die Erfahrung von Hensel zum Tragen, der früher beim Film gearbeitet hatte und erst seit diesem Schuljahr als Kunstlehrer an der Realschule Peißenberg arbeitet. Gleich neben dem Kunstsaal präsentierten sich in der Schülerbücherei die Fächer Deutsch und Religion. Hier war das Highlight für die 9- und 10-Jährigen ein mechanischer Süßigkeitenspender. Dort durften sie sich bedienen, wenn sie beim Memoryspiel erfolgreich waren. „Gleich beim ersten Schüler ist uns der Griff des Süßigkeitenspenders abgebrochen“, erzählte Deutschlehrerin Martina Lengger. Doch sie konnte ihn notdürftig reparieren, sodass der Spaß für die Kinder weitergehen konnte.

Denselben Spaß hatte auch Mathe- und Religionslehrer Florian Gros, der sich im Raum C 013 dem Blindenparcours stellte. Mit einer roten Augenbinde versehen versuchte er blind den Raum zu durchqueren, der mit kleinen Kästen aus der Sporthalle gesäumt war. Zudem musste er einen Ball in einen Ring legen. Trotz der Hilfe der anwesenden Neuntklässler brauchte er deutlich länger als die meisten Viertklässler, die mit der gleichen Begeisterung den Parcours bewältigten.

Von diesem Parcours führte der Weg direkt weiter in die kleine Sporthalle. Dort durften die Schülerinnen und Schüler, natürlich ohne Augenbinde, auf eine Torwand schießen. Sportlehrer Volker Süßenbach hatte im Vorfeld die Idee, eine Torwand für den Tag der Offenen Tür zu organisieren. Dabei halfen ihm die Hausmeister, die sich daran erinnerten, dass der TSV Peißenberg eine Torwand besitzt, die gleich neben der Halle gelagert ist. Sobald die Kinder die Halle betraten, bildete sich eine lange Schlange vor der Torwand, da fast alle Schüler einmal probieren wollten, ob sie eines der beiden Löcher treffen. Die Schülerinnen zog es oftmals gleich zu den bereitliegenden Pedalos, Reifen oder zu den Tischtennisplatten. „Kinder müssen sich bewegen. Und ich möchte ihnen den Spaß an der Bewegung vermitteln. Zudem begeistert es mich selbst zu sehen, wie viel Spaß die Kinder im Sport haben“, so Süßenbach, der fast durchgehend von 15:30 – 18:00 Uhr selbst aktiv war und nicht müde wurde, den Eltern vom vielfältigen Sportangebot und der Bewegten Pause an der Realschule Peißenberg zu berichten. Auch Direktorin Ursula Meisinger-Schmidt betonte dabei, wie wichtig die Bewegung für Kinder sei und was für großartige Sportstätten an der Realschule Peißenberg zur Verfügung stehen.

Gleiches gilt natürlich auch für die Schulküche, die nicht nur mit modernsten Geräten ausgestattet ist, sondern auch ausreichend Platz bietet, um die Schüler der 7. Jahrgangsstufe im Fach Ernährung und Gesundheit bestmöglich zu unterrichten. Wie jedes Jahr gab es beim Tag der Offenen Tür Minipizzen, die von den Schülern der Realschule Peißenberg unter Anleitung von Fachlehrerin Valerie Liska zubereitet wurden. „Insgesamt acht Kilo Teig haben wir verarbeitet“, so Deutsch- und Geographielehrerin Katharina Lang, die in der Schulküche ihrer Kollegin zur Seite stand.

Im neuen Physiksaal gab es natürlich nichts zu essen. Dafür gab es zahlreiche Experimente und faszinierende Dinge zu sehen, die den Kindern spielerisch das Fach Physik näherbringen sollten. So präsentierte Physiklehrerin Verena Mohr das Gefäß, das nicht überlaufen kann. Denn egal wie viel Wasser sie auch in das Gefäß schüttete, das Wasser lief nicht über den Rand hinaus. Fasziniert davon versuchten die Jungen und Mädchen eine Erklärung zu finden, was auch einigen gelang. Die Lösung: Das Gefäß besitzt ein unsichtbares Loch.

Im anderen Physiksaal schilderte Physik- und Mathelehrerin Jacky Schuster, wie die neuen I-Pad-Klassen der Realschule Peißenberg funktionieren. Im Moment besitzen alle Siebt- und Achtklässler der Realschule Peißenberg ein I-Pad, das sie im Unterricht einsetzen. In den nächsten Jahren sollen auch die anderen Klassen damit ausgestattet werden. Die damit verbundenen Fragen der Eltern wurden hier ausgiebig beantwortet. Während die Eltern sich also über den Einsatz der Tablets im Unterricht informieren konnten, versuchten einige Räume weiter Chemielehrerin Veronika Beier und ihre Helfer die Kinder von der Faszination des Faches Chemie zu überzeugen. Die dabei zum Einsatz kommenden Säuren und Laugen zauberten den Kindern ein Lächeln auf das Gesicht, da sich die Substanzen, die dabei vermischt wurden, in sämtlichen Farben widerspiegelten. Highlight war dabei der Blaukrautsaft, der mit seinem kräftigen Blau einen starken Kontrast zu dem Rot und Grün der anderen Flüssigkeiten bildete.

Dieses Blau war dabei dem Nagellack in Raum C 013 sehr ähnlich. „Den Nagellack hast du ja richtig schnell erkannt“, lobte Sienna Emily, die zuvor zahlreiche andere Gegenstände erhalten hatte, die sie nicht so schnell ertasten konnte. Dazu gehörten unter anderem ein Tafelabzieher, ein Schneebesen, ein Staubwedel, Taschentuchpackungen, ein Filzstift oder Knopfbatterien. „So schnell wie du hat niemand den Nagellack erkannt“, zeigte sich Sienna erstaunt. Ob Emily aufgrund dieses Lobs nächstes Jahr die Realschule Peißenberg besuchen wird, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Eines steht aber fest. Sowohl die Lehrer und die Schulleitung der Realschule Peißenberg als auch die möglichen zukünftigen Realschüler und Eltern hatten sichtlich Spaß. Das steht außer Frage.

   

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